Direkt zum Inhalt

Schreibwerkstatt des hessenweiten Schreibwettbewerbs „Respekt, was geht? – Erzähl‘ Deine Story“

„Figuren müssen Potenzial für Entwicklungen haben – die müssen nicht immer hübsch sein und alles können“ – so empfiehlt Krimi- und Jugendbuchautorin Nele Neuhaus es den knapp 25 Teilnehmenden des Werkstattgesprächs für die Konzeption eigener Texte.

Nele Neuhaus im Gespräch mit jungen Autorinnen und Autoren

In Kurzgeschichten sei es immens wichtig, dass die Authentizität stets gewahrt bleibe und die Figuren nicht perfekt seien. Und wenn Neuhaus eines war an diesem Wintermorgen in Wetzlar, dann authentisch.

Am 16. und 17. März 2018 waren die Preisträgerinnen und Preisträger des Schreibwettbewerbs „Respekt, was geht? Erzähl’ Deine Story“ zu einer Schreibwerkstatt in die Jugendherberge Wetzlar eingeladen, um sich gegenseitig über das Schreiben von Kurzgeschichten und auch längeren Texten auszutauschen und mit den Expertinnen Natalie Harapat und Nele Neuhaus ins Gespräch zu kommen. Die Veranstaltung stellte den krönenden Abschluss für die Gewinnerinnen und Gewinner des Schreibwettbewerbs im Rahmen der Initiative „Hessen lebt Respekt“ der Hessischen Landesregierung in Kooperation mit der Nele-Neuhaus-Stiftung dar und wurde von der Hessischen Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) durchgeführt.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Referatsleiter Felix Münch (HLZ) ging es auch schon los: Natalie Harapat, Schreibwerkstatt-Trainerin und selbst Autorin, frischte mit den Teilnehmenden aus ganz Hessen Grundlagen und Werkzeuge zum Thema Kurzgeschichten auf. Anschließend präsentierten sich die Jugendlichen im Alter zwischen 12 und 16 Jahren gegenseitig ihre Kurzgeschichten und setzten neu gewonnene Ideen – vor allem zum Thema Spannungsaufbau und der Konzeption von Figuren – in individuellen Arbeitsphasen direkt um.

Workshop
Foto: HLZ

GESPRÄCH MIT NELE NEUHAUS

Am Samstag folgte dann das große Highlight: Bestsellerautorin Nele Neuhaus nahm sich einen ganzen Vormittag Zeit, um mit den jungen Autorinnen und Autoren ins Gespräch zu kommen, sich ihren Fragen zu stellen, sie zu beraten und von ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen zu berichten. Anschaulich berichtete die Schriftstellerin, wie sie mit dem Schreiben begann, ihre ersten gedruckten Bücher aus der Garage heraus verkaufte und mittlerweile ihr Hobby zum Beruf gemacht hat. Wie schafft sie es, den roten Faden in ihren Geschichten nicht zu verlieren? Wie geht sie mit Schreibblockaden um? Und was steht eigentlich am Anfang des Schreibens: Ort, Geschehen, Figuren? Die jungen Schreiberinnen und Schreiber waren voll bei der Sache und nutzten die Gelegenheit, sich von einem Profi beraten zu lassen. Besonders spannend war der Blick in die große Kiste, die Neuhaus mitgebracht hatte: Hierin befindet sich das gesamte Material zu einem ihrer Bücher – verworfene Ideen, Zeitungsauschnitte, Recherchen. Für jedes ihrer Bücher gibt es eine solche Kiste. Als sich das Gespräch schließlich um „comic relief“, „cliffhanger“ und autobiographische Elemente drehte, hatte man das Gefühl, es handle sich um Treffen zwischen Kolleginnen und Kollegen. Abgerundet wurde das Werkstattgespräch mit gemeinsamen Fotos, Signaturen und der Ermutigung: „Bleibt dran, es lohnt sich!“

Mit neu gewonnenen Ideen und Tipps zum Schreiben nahmen die Teilnehmenden die Arbeit an ihren Kurzgeschichten erneut auf, bevor sie nach der Präsentation ihrer Ergebnispräsentation und einer gemeinsamen Abschlussrunde die Heimreise antraten.

ZUM PROJEKT