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„Respekt im Sport“

Auftaktveranstaltung in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Rotenburg

Auftaktveranstaltung: Respekt im Sport in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Rotenburg.
Auftaktveranstaltung: Respekt im Sport in der Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge in Rotenburg.

 „Hessen lebt Respekt“ – in vielen Lebensbereichen: Dafür wirbt die Hessische Landesregierung mit ihrer Respektkampagne. Ein wichtiger Bestandteil der Initiative ist der Sport. Beim Sportaktionstag in der Rotenburger Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge mit Ministerpräsident Volker Bouffier, Sozial- und Integrationsminister Stefan Grüttner, Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich und zahlreichen prominenten Sportlerinnen und Sportlern drehte sich am Samstag alles um das Thema Respekt.

„Ich setze voll auf den Sport, denn seine integrative Kraft ist zentral für den Zusammenhalt der Gesellschaft. Der heutige Tag ist ein gelungenes Beispiel dafür, wie er die Menschen zusammenbringt, denn beim Sport zählen weder Herkunft noch Status“, sagte Ministerpräsident Bouffier bei der Auftaktveranstaltung für die sportliche Seite der Initiative. Geboten wurde eine bunte Mischung aus sportlichen Aktivitäten mit Möglichkeiten zum Mitmachen, Unterhaltung und Informationen.

Dass sich kaum ein Bereich so gut wie der Sport eignet, um Werte wie Fairness und Toleranz, die Anerkennung unterschiedlicher Kulturen sowie Teamgeist auf dem Platz und damit auch im alltäglichen Zusammenleben zu vermitteln, wissen Sportler selbst am besten.

VIEL PROMINENTE UNTERSTÜTZUNG FÜR DIE INITIATIVE

Fußballtrainerlegende Dragoslav Stepanović, die Erstliga-Basketballerinnen des TC Marburg, der Kickbox-Europameister von 2016, Atilla Tuluk, und viele andere kamen nach Rotenburg, um die Initiative zu unterstützen. Zwei landeten spektakulär mit dem Fallschirm: Eberhard Gienger, Olympia-Bronzemedaillengewinner am Reck, und die mehrfache Deutsche Meisterin, Europa- und Vizeweltmeisterin sowie Olympiateilnehmerin im Schwimmen, Annika Mehlhorn, flogen pünktlich zum Anpfiff den Ball für ein Fußballspiel ein: Ein Team aus Flüchtlingen der Erstaufnahmeeinrichtung und einer Hessenauswahl des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes mit Stepanović als Trainer zeigten unter den Augen des fußballbegeisterten Ministerpräsidenten einen engagierten, aber immer respektvollen Wettstreit um Schnelligkeit, Durchsetzungsvermögen und natürlich Tore.

Die Respekt- und Wertevermittlung ist in diesem Jahr ein besonderer Schwerpunkt der Sportangebote in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes, die beim Regierungspräsidium Gießen angesiedelt sind. In Rotenburg leben derzeit rund 153 Menschen aus elf unterschiedlichen Nationen. Sie können einen Sportplatz und eine Turnhalle nutzen. „Der Sport baut den Flüchtlingen eine Brücke in unsere Gesellschaft“, sagte Integrationsminister Grüttner. „Rotenburg macht es vor: Die Bewohner der Einrichtung nutzen die Sportanlagen nicht alleine und schon gar nicht getrennt von den Rotenburgern. Gemeinsam mit Vereinen der Stadt werden verschiedenste Sportarten an fünf Tagen in der Woche trainiert. Hier verlieren Merkmale wie Nationalität, Hautfarbe oder Weltanschauung an Bedeutung. Die Regeln des Sports sind universell, und Sprachprobleme können leichter überwunden werden.“

Respekt im Sport
Auch die Basketballerinnen des TC Marburg und die Volleyballer der TG Rotenburg spielten mit Flüchtlingen, erklärten die Regeln und demonstrierten in einer Trainingseinheit, wie in ihrer Sportart Respekt gelebt wird. Mannschaften, die hauptsächlich aus Einzelkämpfern bestehen, können selten auf Dauer gegen ihre Liga-Konkurrenten bestehen. Fairplay, Rücksichtnahme gegenüber Schwächeren und Teamgeist sind nicht nur auf dem Spielfeld eine wichtige Grundlage für den Erfolg. Selbst im Kampfsport spielt der Respekt vor dem Gegner neben Kraft und Ausdauer eine zentrale Rolle. Undisziplinierte Schläger und Krawallbrüder haben bei Karate, Boxen und Co. nichts verloren. Darauf legte Kickboxer Atilla Tuluk aus Gießen großen Wert. Im Training werden regelmäßig traditionelle Werte vermittelt, das Selbstvertrauen geschult und Gelassenheit trainiert, damit auch im heißen Gefecht nie das Faustrecht die Oberhand gewinnt.

RESPEKT IST KEIN SELBSTLÄUFER

Was Respekt für sie persönlich bedeutet, entlockte Sportreporter Werner Damm in kurzen Interviews unter anderem Heide Aust vom Hessischen Basketballverband, Behzad Borhani vom Vorstand der Sportjugend Hessen und Schiedsrichter Abdelkader Boulghalegh: Höflichkeit und Fairness, Toleranz, Hilfsbereitschaft und Anerkennung, sprich ein gutes Miteinander, spielen für alle eine wichtige Rolle.

„Wir wissen, dass Respekt kein Selbstläufer und im Alltag alles andere als selbstverständlich ist. Deswegen werben wir mit unserer Initiative und natürlich ganz besonders am heutigen Tag mit allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für mehr Respekt in der Gesellschaft. Er ist die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben, für ein gutes Miteinander. Im Sport lernen alle, fair miteinander umzugehen. Sport schafft Respekt und Anerkennung. In diesem Sinn wirken die Sportvereine, die Fachverbände und Sportkreise seit Jahrzehnten mit ihrer Jugend- und Erwachsenenarbeit für den Zusammenhalt in der Gesellschaft. Deshalb ist ‚Respekt im Sport‘ ein wichtiger Beitrag unserer landesweiten Initiative ‚Hessen lebt Respekt‘. Ich sage allen für ihr Engagement am heutigen Tag und darüber hinaus ganz herzlichen Dank, besonders dem Landessportbund, der Sportjugend Hessen und dem Regierungspräsidium Gießen, die uns sehr stark unterstützen“, sagte Ministerpräsident Bouffier.

Hintergrundinformationen

Im 2017 ausgerufenen „Jahr des Respekts“ wirbt die Landesregierung für Toleranz und Hilfsbereitschaft im Alltag, Rücksichtnahme im Verkehr, Fairness im Sport, Respekt in den sozialen Medien, vor Polizei, Rettungskräften und Ehrenamtlichen sowie bei der Integration von Flüchtlingen. Mit der Kampagne soll in einem rauer werdenden Klima in der Gesellschaft eine klare Haltung entgegensetzt und für Werte  wie Rücksichtnahme, Toleranz und Achtung im Umgang miteinander geworben werden.