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Programmstart: „Respekt digital – Hessen lebt Respekt“

Justizministerin Eva Kühne-Hörmann „Respekt ist wichtiger Ratgeber im Umgang mit dem Internet“ - „Wollen digitale Zivilcourage fördern“

Respekt digital – Hessen lebt Respekt
Besucher und Schüler des medienpädagogischen Workshops

Das Internet und die sozialen Medien sind Errungenschaften, die keiner der über 30 Teilnehmer des Workshops an der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel missen wollte. Dennoch gibt es Schattenseiten im Netz, die viele nicht akzeptieren möchten. Der Workshop zum Programmauftakt „Respekt digital“ war daher entsprechend gut besucht.

„Nahezu in jeden Bereich des Lebens dringen soziale Medien oder Internetdienstleistungen mittlerweile ein. Es werden Daten erfasst, bewegt und geschützt. Wir offenbaren dem Medium Internet Persönliches, Politisches oder Künstlerisches und vertrauen ihm dadurch Dinge an, die wir im persönlichen Kontakt mit Freunden, Schülern oder der Familie vielleicht nicht so offen kommunizieren würden. All das ist längst bekannt und trotzdem ist der Umgang mit dieser virtuellen Welt alles andere als einfach“, so Justizministerin Eva Kühne-Hörmann heute zum Auftaktworkshop „Respekt digital“.

Respekt digital - Hessen lebt Respekt
V.l.n.r.: Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Joachim Becker, Direktor der LPR, Wilfried Dülfer, stellv. Schulleiter. Foto: Hessisches Ministerium der Justiz.


Digitale Zivilcourage

„Es ist die vermeintliche Anonymität, die einen so manchen Klick, Like oder Retweet leichtfertig ausführen lassen. Dabei ist es oft nicht leicht zu erkennen, was Wahrheit, Fälschung oder ein gut gemachtes Mix davon ist. Es ist deshalb wichtig, den Umgang mit Informationen aus dem Netz zu erlernen. Respekt ist dabei ein wichtiger Ratgeber im Umgang mit dem Internet. Denn wie auch im realen Leben ist es der fehlende Respekt vor den Rechten anderer, der oft zu Straftaten führt. Auch das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Beleidigungen, Urheberrechtsverstöße bis hin zur Volksverhetzung nehmen im Internet stark zu und sind dort wie auch in der realen Welt strafbar“, so Eva Kühne-Hörmann bei der Vorstellung der Kampagne an der Oskar-von-Miller-Schule in Kassel. „Wir wollen keine Welt, in der im vermeintlichen Schutz der Anonymität gehetzt, beleidigt, gemobbt oder gestalkt wird. Wir wollen digitale Zivilcourage in Internetforen und sozialen Medien fördern. Oft haben sich ganz eigene Selbstregulierungsmaßnahmen entwickelt, die solches Verhalten sanktionieren. Die Workshops dienen deshalb auch dazu, zu erfahren, was funktioniert und was davon weiterentwickelt werden kann“, fuhr die Justizministerin fort.

Gemeinsam mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR) wurde deshalb das Projekt „Respekt digital – Hessen lebt Respekt“ ins Leben gerufen. In einem Kooperationsprojekt mit jugendlichen Internetnutzern und Schulen im ganzen Land werden medienpädagogische Workshops durchgeführt, die sich rund um das Thema Respekt im Netz drehen. „Jugendliche wissen oft nicht, was sie mit Hasstiraden im Netz auch in der realen Welt anrichten, so LPR-Hessen Direktor Joachim Becker. „Indem ihnen die Konsequenzen von Mobbing und Ablehnung nicht nur im Hinblick auf die Gesellschaft, sondern auch auf ihre ganz persönliche Lebenswelt aufgezeigt werden, wird das Thema für sie greifbar und zugänglich“, so Becker weiter.

Medienpädagogischer Workshop

Das viertägige Projekt besteht in der ersten Phase aus einer zweitägigen Medienbildung und zwei Tagen praktischer Medienproduktion. Hierbei lernen die Jugendlichen unter Anleitung von Medienprofis die Auswirkungen von Hetze und Hass im Internet kennen und erstellen auch eigene Medienproduktionen. Diese werden im Anschluss über die Online-Kanäle der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ verbreitet.

In einem waren sich die gut 30 Teilnehmer des Workshops aber bereits zum Programmstart einig. Das Thema Respekt im Netz ist kein reines Jugendthema. Gerade Jugendliche gelten als „digital natives“ und sind mit dem Internet und den sozialen Medien aufgewachsen. Respekt und der Umgang mit Informationen im Netz ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die auch die sogenannte „Silver-Surfer-Generation“, also die älteren Internetnutzer, auf der Tagesordnung haben müssen, betonten die Teilnehmer des Workshops.