Direkt zum Inhalt

Landesprogramm „WIR“ aufgestockt und konzeptionell erweitert

Staatssekretär Jo Dreiseitel: „Mit 8,85 Millionen Euro und neuen Konzepten unterstützen wir die Kommunen und erlauben passgenaue Förderangebote“

Logo Projekt WIR
Logo Projekt WIR

Hessen hat das Landesprogramm „WIR“ finanziell auf 8,85 Millionen Euro aufgestockt und um neue Konzepte erweitert. „Wir investieren erheblich in die Integration, um die Kommunen zu unterstützen und zu entlasten. Die Neuerungen im „WIR“-Programm stellen den Kommunen vielfältige Förderangebote zur Verfügung, damit diese noch passgenauer reagieren können“, so der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung der Hessischen Landesregierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel heute in Wiesbaden.

Die Neuerungen im WIR-Programm setzen an verschiedenen Ebenen der Integration an, von einem Ausbau der Sprachförderung, über die Schaffung von nachhaltigen kommunalen Strukturen durch WIR-Fallmanager für Flüchtlinge und die Förderung von Migrantenorganisationen bis hin zu einer Ausweitung der Arbeit von ehrenamtlichen Integrationslotsinnen und –lotsen auf Flüchtlinge sowie neue innovative Projekte für geflüchtete Frauen. „Insgesamt haben wir damit das WIR-Programm von 4,6 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 8,85 Millionen Euro nahezu verdoppelt“ betonte der Staatssekretär. Abgesehen von der Mittelerhöhung wurde das Landesprogramm zudem an die neuen Herausforderungen der Integration angepasst und weiterentwickelt. „Hiermit steht uns nun eine große Bandbreite an flexiblen Werkzeugen zur Verfügung um die Integration aller Menschen mit Migrationshintergrund passgenau zu fördern“ unterstrich Dreiseitel abschließend. Förderanträge können ab sofort beim Regierungspräsidium Darmstadt gestellt werden.

Innovative Ideen für die  Integration geflüchteter Frauen gesucht.

Geflüchtete Frauen und Mädchen sind besonders schutzbedürftig, da sie speziellen Risiken ausgesetzt und vergleichsweise stark von sozialer Ausgrenzung gefährdet sind. Gleichzeitig sind sie Motoren für die Integration der Familien und erbringen hohe Integrationsleistungen. Deshalb ist es wichtig das integrationsfördernde Angebote auf ihre spezifische Situation angepasst sind und die Zielgruppe erreichen. Um dies zu verbessern, stellt die Landesregierung ab 2017 jährlich 500.000 Euro zur Förderung modellhafter Vorhaben und Projekte zur Unterstützung der Integration von geflüchteten Frauen zur Verfügung. Geschlechtsspezifische Integrationshindernisse sollen im Rahmen der modellhaft geförderten Projekte erkannt und Ansätze zu deren Beseitigung entwickelt und umgesetzt werden. Die Projekte richten sich an geflüchtete Frauen, die bereits den Kommunen zugewiesen wurden, aber auch an Frauen mit dauerhaftem und rechtmäßigem Aufenthaltsstatus; Projektansätze, die die Aufnahmegesellschaft in den Blick nehmen, können ebenfalls gefördert werden. Anträge können ab sofort im Rahmen der innovativen Projekte von allen öffentlichen, kirchlichen und gemeinnützigen Trägern gestellt werden.

Schaffung professioneller Strukturen der Migrantenorganisationen als nachhaltige Investition in die Integration

Ab 2017 werden Migrantenorganisationen mit jährlich 400.000 Euro unterstützt. Diese leisten vor Ort in vielen gesellschaftlichen Bereichen wichtige Integrationsarbeit. Sie bieten Neuzugewanderten emotionale Sicherheit und Orientierung; auch verfügen sie vielfach über einen direkten Zugang zu den unterschiedlichen Zielgruppen. Trotzdem sind sie beispielsweise als Träger von Integrationsprojekten oder bei der Vergabe von Fördermitteln im Vergleich mit etablierten Organisationen deutlich unterrepräsentiert. Häufig sind sie kleinere Vereine mit wenig Vernetzung untereinander. Um die Migrantenorganisationen hier weiter zu unterstützen, zum Beispiel durch Beratungs- und Unterstützungsangebote, Qualifizierungsangebote für Ehrenamtliche sowie die Stärkung beim Aufbau von Netzwerken mit kommunalen etablierten Akteuren, nimmt die Landesregierung erstmals Geld in die Hand. Hierzu wird eine zentrale Fachstelle für die intensive Begleitung, Beratung und Vernetzung von Migrantenorganisationen aufgebaut. Gefördert werden können auch Mikroprojekte im Rahmen der Aktivitäten der Migrantenorganisationen, die Stärkung der Vereinsstruktur durch die Einstellung einer 450€-Kraft und der Aufbau von Netzwerken mit kommunalen etablierten Akteuren. Antragsberechtigt sind alle gemeinnützigen Migrantenorganisationen sowie Kommunen in Kooperation mit  diesen.

Kinderbetreuung erleichtert Müttern und Vätern die Teilnahme an Sprachkursen

Bereits im Jahr 2016 wurde das WIR-Programm durch das neue Landesprogramm „MitSprache – Deutsch 4U“ ergänzt. In den „Deutsch 4U“-Kursen bekommen Flüchtlinge die Gelegenheit zum niedrigschwelligen Erwerb der Deutschen Sprache. Aufgrund der guten Erfahrungen und der hohen Nachfrage des letzten Jahres, wird das bislang mit 1,5 Millionen Euro ausgestattete Programm „MitSprache – Deutsch 4U“ auf 2,7 Millionen Euro erhöht. Ab 2017 kann zusätzlich, neben den Sprachkursen, auch Kinderbetreuung während der Kurse finanziert werden.

Ehrenamtliches Engagement als wesentliche Säule des WIR-Programms nochmals gestärkt.

Zudem wird die etablierte Förderung ehrenamtlicher Integrationslotsinnen und –lotsen ausgebaut. Bisher konnten Ausbildung und Einsatz von Integrationslotsinnen und -lotsen nicht gefördert werden, wenn es um Flüchtlinge ging. Die Landesregierung entwickelt die Lotsenarbeit jetzt fort: ab 2017 werden auch die Qualifizierung und der Einsatz von Integrationslotsinnen und –lotsen, die mit Geflüchteten arbeiten,  gefördert. Hierfür stehen ab 2017 zusätzlich 500.000 Euro zur Verfügung. Dadurch werden die Flüchtlinge niedrigschwellig und punktgenau bei der Lösung von Alltagsproblemen unterstützt.

„Insgesamt haben wir damit das WIR-Programm von 4,6 Millionen Euro im Vorjahr auf nun 8,85 Millionen Euro nahezu verdoppelt“ betonte der Staatssekretär. Abgesehen von der Mittelerhöhung wurde das Landesprogramm zudem an die neuen Herausforderungen der Integration angepasst und weiterentwickelt. „Hiermit steht uns nun eine große Bandbreite an flexiblen Werkzeugen zur Verfügung um die Integration aller Menschen mit Migrationshintergrund passgenau zu fördern“ unterstrich Dreiseitel abschließend.

Weitere Informationen, die Programmausschreibungen sowie Antragsunterlagen stehen unter www.integrationskompass.de zur Verfügung. Dort sind ebenfalls umfangreiche Informationen zur Förderung der WIR-Fallmanagern für Geflüchtete ab 2017 erhältlich.