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Keine Chance für Hass und Mobbing im Internet

Europaministerin Lucia Puttrich nimmt im Rahmen des Projekts „Respekt digital“ an einem Workshop des Wolfgang-Ernst-Gymnasiums in Büdingen teil.

Europaministerin Lucia Puttrich in Büdingen
Europaministerin Lucia Puttrich in Büdingen

„Das Internet ist eine tolle Sache – kinderleicht findet man Informationen, kann Waren kaufen oder sich mit Menschen über tausende Kilometer hinweg austauschen“, sagt die hessische Europaministerin Lucia Puttrich. „Aber das Internet ist auch ein Ort, wo sich Menschen austoben, hemmungslos hetzen, mobben und schimpfen.“ Puttrich ist selbst regelmäßige Nutzerin der sozialen Netzwerke Facebook und Twitter. Am Mittwoch hat sie am Wolfgang-Ernst-Gymnasium in Büdingen (Wetteraukreis) an einem Workshop teilgenommen, der sich mit den Auswirkungen von Hass, Fake News und Mobbing im Internet beschäftigt.

In dem von ihr ausgerufenen „Jahr des Respekts“ will die Hessische Landesregierung ein deutliches Zeichen gegen Hass, Beleidigungen und Respektlosigkeit in der Gesellschaft setzen. Mit verschiedenen Aktionen wirbt sie für Toleranz, Fairness, Anerkennung und Hilfsbereitschaft, zum Beispiel gegenüber Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungskräften, im Sport, im ÖPNV und im Straßenverkehr, aber auch gegenüber Flüchtlingen oder älteren Menschen. Ein Themenschwerpunkt liegt auf den neuen Medien.

„Das Netz ist kein rechtsfreier Raum“

„Wer meint, er könne anonym im Internet seinen Hass verbreiten, der täuscht sich“, sagt die Ministerin. „Das Netz ist kein rechtsfreier Raum und Nutzer von sozialen Netzwerken hinterlassen Spuren, mit denen ihre Identität ermittelt werden kann.“ An die Schülerinnen und Schüler appellierte Puttrich, bösen Gerüchten, gemeinen Bildern oder hasserfüllten Aussagen im Internet keine Chance zu geben: „Verbreitet sie nicht weiter. Ignoriert die Pöbler und Trolle oder meldet sie bei den Anbietern von sozialen Netzwerken, damit sie gelöscht werden.“

Auch wenn Jugendliche anscheinend geradezu intuitiv im Netz unterwegs sind, brauchen sie Hilfe und Anleitung, um das Internet kritisch und reflektiert zu nutzen. Hier setzt das Projekt „Respekt digital“ an. Es wird gemeinsam mit der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) veranstaltet. Das Büdinger Wolfgang-Ernst-Gymnasium ist eine von fünf hessischen Schulen, die nach einer Bewerbung für einen viertägigen Workshop ausgewählt wurden. Er besteht in der ersten Phase aus einer zweitägigen Medienbildung durch Coaches der Agentur Medienblau. Hierbei erfahren die Jugendlichen zum Beispiel, mit welchen Mitteln sie die Seriosität von Webseiten oder den Wahrheitsgehalt von YouTube-Videos überprüfen können. Sie erhalten auch Tipps dazu, wie man Manipulationen an Bildern erkennen kann.

Medienproduktion zum Thema Respekt im Internet

Im zweiten Teil folgen zwei Tage praktische Medienproduktion. Hierbei erstellen die Jugendlichen unter Anleitung von Medienprofis eigene Videos, Musikstücke oder Fotos, die für mehr Respekt im Internet werben und Jugendliche ansprechen sollen. Deshalb werden sie später über die Online-Kanäle der Kampagne „Hessen lebt Respekt“ verbreitet.

„Das Internet ist aus unserem Leben nicht mehr wegzudenken und niemand will die viele Vorteile missen, die es bringt. Gerade deshalb dürfen wir es nicht denjenigen überlassen, die es für Hass, Lügen und Gemeinheit missbrauchen“, sagt Lucia Puttrich.

Hintergrund: „Jahr des Respekts“

Die Hessische Landesregierung hat das Jahr 2017 zum „Jahr des Respekts“ ausgerufen und wirbt mit konkreten Projekten in allen gesellschaftlichen Bereichen für mehr Respekt im gegenseitigen Umgang. Kooperationspartner der Projekte sind die Verkehrsverbünde RMV, VRN und NVV, die Initiative „Sicher unterwegs in Hessen“, der Landessportbund und die Sportjugend Hessen sowie die Landesanstalt für den privaten Rundfunk und neue Medien. Als Medienpartner fungieren die Verlagsgruppe Rhein Main und Hit Radio FFH. Prominente Patin der Kampagne ist Nele Neuhaus mit ihrer Stiftung.