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Finanzminister besucht Schuldnerberatung der Caritas in Wiesbaden

Ein ausgeglichenes Verhältnis von Einnahmen und Ausgaben erzielen: Das ist eine der großen Aufgaben, denen sich die Hessische Landesregierung verpflichtet fühlt.

Schuldnerberatung

Mit Blick auf die privaten Haushalte im Land gelingt das nicht immer: Rund 4.700 Haushalte mussten in Hessen im vergangenen Jahr eine Verbraucherinsolvenz – die umgangssprachlich auch häufig als Privatinsolvenz bezeichnet wird – beantragen. Ein wichtiges Hilfsangebot für Menschen, die in Verschuldung geraten sind, stellen die rund 60 anerkannten gemeinnützigen Schuldnerberatungen in Hessen dar. Der Hessische Finanzminister Dr. Thomas Schäfer hat eine von ihnen, die Schuldnerberatungsstelle der Caritas in Wiesbaden, im Rahmen seiner heutigen Sommerreise besucht. Dort tauschte er sich auch mit dem Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Schuldnerberatung in Hessen e.V.  aus.

„Gleich ob als Land, Kommune oder als Privatperson: Sich zu verschulden ist immer unerfreulich. Sie wenden sich den Menschen zu, die aus ganz unterschiedlichen Gründen in wirtschaftliche Not geraten sind und zeigen ihnen Wege auf, wie sie geordnet einen finanziellen Neustart erzielen können“, erklärte der Minister an die Beraterinnen und Berater der Caritas gewandt. Diese leisteten laut Schäfer einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag: „Oft ist Überschuldung verbunden mit persönlichen Problemen oder Schicksalsschlägen wie Arbeitslosigkeit, Erkrankungen oder Trennungen. Mit Ihrer Beratung und der schrittweisen Ordnung finanzieller Belange helfen Sie den Ratsuchenden ganz entscheidend, ihre gesamte Lebenssituation zu verbessern. Als gemeinnützig tätige Organisationen entstehen Ihren Klientinnen und Klienten dabei keinerlei Kosten für die Beratung“, erläuterte der Finanzminister. Er fügte hinzu, dass die Landesregierung für die Arbeit der Schuldnerberatungen seit 2015 jährlich 1,95 Millionen Euro bereitstellt: „Das ist eine sinnvolle Ausgabe, denn jeder investierte Euro verhilft den Betroffenen und ihrem unmittelbaren sozialen Umfeld zu mehr Lebensqualität.“

Unverzichtbar für die Stabilisierung überschuldeter Menschen

Cilly Lunkenheimer und Volker Haug vom Vorstand der LAG Schuldnerberatung in Hessen betonten bei dem Gespräch die häufig drastischen Auswirkungen von Überschuldung für die Betroffenen. „Die Überschuldungssituation vieler Familien in Hessen ist eine wesentliche Ursache für ihre Verarmung, soziale Ausgrenzung bis hin zur völligen Destabilisierung der Existenzgrundlage. Sie sind psychischem Druck ausgesetzt und zunehmend gesundheitlich beeinträchtigt. Die Wiederaufnahme der hessischen Landesfinanzierung ist ein wertvoller Beitrag zur Erweiterung des Beratungsangebotes, jedoch noch nicht ausreichend. Ein weiterer Ausbau des Netzes der sozialen Schuldnerberatungsstellen der hessischen Wohlfahrts- und Verbraucherverbände ist unverzichtbar für die Stabilisierung überschuldeter Menschen in Hessen, denn ohne eine qualifizierte Schuldnerberatung hat eine zunehmende Zahl von Menschen kaum mehr eine Chance, einen Ausweg aus der Schuldenfalle zu finden.“

Schäfer bedankte sich abschließend bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Wiesbadener Caritas: „Stellvertretend für alle wohltätigen Schuldnerberatungen in Hessen möchte ich Ihnen meinen Respekt und Dank aussprechen, für das, was Sie täglich für unsere Gesellschaft leisten. Respekt ist auch ein zentraler Begriff, mit dem Sie Ihren Klientinnen und Klienten jeden Tag aufs Neue begegnen. Der Weg zurück in die finanzielle Selbstständigkeit ist ein wichtiger Baustein, um persönliche Krisensituationen zu lösen. Auf diesem Weg sind Sie sehr wichtige Begleiter!“