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Aufopfernde Pflege für Angehörige

Europastaatssekretär Mark Weinmeister zeichnet Brigitte Güldner aus Wehretal für ihr herausragendes soziales Engagement aus.

Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Rüdiger Güldner (Ehemann), Brigitte Güldner sowie Staatssekretär Mark Weinmeister
Von links: Stefan Reuß, Landrat des Werra-Meißner-Kreises, Rüdiger Güldner (Ehemann), Brigitte Güldner sowie Staatssekretär Mark Weinmeister

Europastaatssekretär Mark Weinmeister hat am Donnerstag die vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland an Brigitte Güldner aus Wehretal (Werra-Meißner-Kreis) überreicht. Mit der Ehrung wird Güldners jahrzehntelanges soziales Engagement gewürdigt. „Die langjährige und aufopfernde Pflege von Angehörigen bedeutet große körperliche und seelische Belastungen, die Sie gern auf sich genommen haben und nehmen. Das ist alles andere als selbstverständlich. Dafür schulden wir Ihnen unseren Respekt, und ich freue mich, Sie heute auszeichnen zu dürfen“, sagte Weinmeister bei der Feierstunde in der Dienstvilla des Hessischen Ministerpräsidenten in Wiesbaden.

Lebenslauf

Brigitte Güldner ist gelernte Schneiderin und Näherin und hat in verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Seit 2003 arbeitet sie in Teilzeit als Küchenhilfskraft bei der Bun-despolizei Eschwege. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Brigitte Güldner hat insgesamt sieben Geschwister. Vielen und ihnen leiden oder litten an schweren Erkran-kungen. Seit mehr als 23 Jahren pflegt Güldner mit kurzen Unterbrechungen in selbstloser Weise ihre Familienangehörigen.

Bei einer Schwester von Brigitte Güldner wurden 1993 Tumore entdeckt, die durch Chemotherapie und Bestrahlungen behandelt wurden. Brigitte Güldner übernahm die Pflege ihrer Schwester und versorgte sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1995. Eine andere Schwester erkrankte 2009 ebenfalls an Krebs und wurde von Frau Güldner bis zu ih-rem Tod 2010 gepflegt.

1999 übernahm sie die Pflege ihres Vaters, der nach einer Krebsoperation nicht mehr in der Lage war, für sich selbst zu sorgen. Brigitte Güldner kümmerte sich um den bett-lägrigen Mann und versorgte ihn bis zu seinem Tod im Jahr 2000.

Ein Bruder von Brigitte Güldner erkrankte 2005 und wurde nach längerem Krankenhausaufenthalt in die häusliche Pflege entlassen. Es dauerte rund zwei Jahre, bis er sich von seiner schweren Krankheit erholt hatte. Auch hier kümmerte sich Frau Güldner um die aufwendigen Pflege- und Behandlungsmaßnahmen.

Brigitte Güldner kümmert sich außerdem um eine weitere Schwester, die nach verschiedenen Erkrankungen auf erhebliche Unterstützung angewiesen ist. Bei der Ver-sorgung und Pflege ihrer Familienangehörigen wurde und wird sie von ihrem Ehemann unterstützt. Die im Elternhaus lebenden Familienangehörigen müssen nahezu ständig betreut werden.

2013 wurde Brigitte Güldner mit der Pflegemedaille des Landes Hessen ausgezeichnet.